Fiction

Das Schreiben und ich

Bevor ich überhaupt schreiben konnte, hatte ich schon meine erste Zeitung gemalt. Mit zwölf Jahren durfte ich in den Sommerferien bei einer Ferienreporter-Aktion der Meerbuscher Nachrichten mitmachen und unter anderem Bernhard Paul interviewen. Mit dreizehn schrieb ich gemeinsam mit meiner besten Freundin eine Art WG-Soap, bei der wir uns in erster Linie ein cooles Leben ohne Erwachsene ausdachten. Heute schreibe ich jeden Tag beruflich und liebe es noch immer.

Übers Romanschreiben

Aber fiktionales Schreiben ist etwas ganz anderes. Ende 2017 fing ich an, aus Romanideen fertige Romane zu machen, merkte aber, dass mir zusätzliches Handwerkszeug für das fiktionale Schreiben fehlte.

Deshalb besuchte ich Kinder- und Jugendbuchseminare, Thriller-Workshops, lauschte Drehbuchreferent:innen und schrieb nicht nur die ganze Zeit mit, sondern auch eigene Texte, um alles auszuprobieren. Es entstanden Exposés und Romane, die der gründlichen Textkritik durch die Referent:innen und Teilnehmende nach und nach immer besser standhielten.

Fachjargon aus der Buchwelt? Check!

Foto eines Warnschildes, Aufschrift: Caution Pinch Point

Dass U1 – U4 nicht nur die U-Untersuchungen meiner Kinder bezeichnen, sondern auch die vier Umschlagsseiten eines Buches ahnte ich schon, weil ich bereits Printprodukte für Kunden angefertigt hatte. Aber wo bringe ich einen Pinch Point unter? Und was bitte ist ein Fahrstuhlpitch? Auch das habe ich in den Seminaren gelernt. Doch nicht nur das: Irgendwann konnte ich auch einen aufsagen. Den von meinem ersten Thriller.

Durch die Seminare habe ich viele sehr nette Menschen kennengelernt, mit denen ich mich austauschen kann. Leute, die es nicht wunderlich finden, wenn man gerade Sachbücher über Psychopathinnen und Jugendstil liest. Dieselben Leute hören einem auch zu, wenn man laut grübelt, warum der zweite Akt durchhängt oder wenn man sich gern mal in seinen eigenen Plotlöchern verstecken würde.

Ganz ehrlich: Ja, Bücher zu schreiben ist manchmal noch durchgeknallter, als es sich anhört, aber es macht unfassbar viel Spaß. Und süchtig macht es auch.

Und jetzt?

Jetzt bin ich bald auf der Leipziger Buchmesse und freue mich auf die Gespräche dort.